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Der DJ

Du hast es doch gut! Du musst nur ein paar Scheiben auflegen, kannst dabei noch nett Dein Bierchen trinken und bekommst für das bisschen Arbeit noch so viel Geld!

Diesen Satz musste ich mir in den letzten Jahren schon einige Male anhören. Aber ist das wirklich so?

Ich meine DJ wird man doch nicht einfach so, man muss schon irgendwie dafür geboren sein. Schließlich soll man bei dieser Tätigkeit die Leute begeistern, besser noch mitreißen und glücklich machen. Dabei handelt es sich beim DJ um einen Beruf, der rein rechtlich gesehen noch nicht mal ein Beruf ist. Wenn man es nun auch noch schafft, sich einen Namen in der Branche zu schaffen und sein Hobby zum Beruf zu machen, dann hat man sicherlich ein großes Ziel erreicht. Es ist nur leider ein langer Weg dorthin, man fällt die Leiter des Ruhmes schneller wieder rückwärts herunter, als man sie zuvor mühselig erklimmt hat.

An dieser Stelle möchte ich Ihnen auf humorvoller und durchaus auch ernst gemeinter Art und Weise den Beruf des DJ´s einmal vorstellen:

Wie oben bereits beschrieben, handelt es sich um einen Beruf, den man nicht lernen kann. Es gibt nur selten jemanden, der einem die Grundlagen erklärt. Entweder man hat es im Blut, oder es wird nichts.

Kosten hat man als DJ doch kaum. oder?

Um als DJ seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können, ist man völlig auf sich selbst gestellt (Ich bin an dieser Stelle sehr froh, dass ich das nur als Nebenerwerb tue). Man muss sich selbst versichern, seine Tonträger kaufen und einige Kilometer Fahrt zum "nächsten Auftritt" in Kauf nehmen, um über die Runden zu kommen. Werbeutensilien wie Visitenkarten, Prospekte und Zeitungsanzeigen und Internetwerbung, sind auch nicht gerade billig. Wenn man dann auch noch, wie ich, Privatveranstaltungen und Discopartys durchführen will, benötigt man zusätzlich noch die gesamte technische Ausrüstung und Transportmittel hierfür. Diese müssen nun auch noch regelmäßig gewartet oder erneut werden. Wenn man dann auch noch auf namhafte Hersteller, Top-Sound und Qualität achtet, dann wird es nochmals richtig teuer. Schließlich soll das Equipment zusätzlich noch kompakt, leicht aufzubauen und zuverlässig sein. Einen Ausfall kann man sich schließlich nicht leisten. Zu guter Letzt darf man auch noch jeden Cent  mit dem Finanzamt teilen. Natürlich hat man auch keinen bezahlten Urlaub, kein Urlaubsgeld, kein Weihnachtsgeld. Das ist leider bei allen freiberuflichen Tätigkeiten so üblich. Ach so, eine Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es auch nicht (kein Beruf - keine Versicherung, oder zumindest keine, die mann bezahlen kann!).

Freundeskreis und Familie?

Das wäre kein Problem, wenn man nicht immer ausgerechnet am Wochenende, wenn alle anderen sich treffen, ausspannen und nette Dinge unternehmen, als DJ arbeiten müsste. Man benötigt also einen sehr verständnisvollen Familien- und Freundeskreis, da man zu selten dafür Zeit hat.

Ja, DJ ist wirklich ein geiler Beruf!

Frau, Freundin, Partnerin?

Sicherlich, man steht doch immer im Mittelpunkt, lernt ständig nette Leute kennen und das weibliche Geschlecht ist um einen herum versammelt. Jetzt denkt jeder schließlich, so ein DJ hat ja die freie Auswahl unter den Frauen. Das sieht in der Realität leider etwas anders aus. Man ist in der Regel, der letzte der nach Hause geht. Wenn die Veranstaltung beginnt, hat man eher wenig Zeit, sich nett zu unterhalten und dabei vielleicht mal ein interessantes weibliches Wesen kennen zu lernen. Und einmal unter uns gesagt: Die Frauen, die interessant erscheinen sind doch schon längst mit ihrem Traumtypen über alle Berge, wenn der DJ Feierabend hat! Es ist sogar eher schwierig eine Beziehung zu führen, da man schon auf eine sehr verständnisvolle Partnerin treffen muss. Man hat am Wochenende ja fast nie Zeit für sie. Welche Frau macht das schon gerne und lange mit? Es wäre demnach nicht die erste Beziehung, die an diesem Job zerbricht.

Urlaub machen?

Wenn man nun nach viel Arbeit und harten Nächten genug Geld verdient hat, kann man sich auch Urlaub einen Urlaub leisten. Es stellt sich nur noch die Frage wann? Man muss ja schließlich darauf achten, dass man nicht zu viele Aufträge verpasst, und damit die Auftraggeber verärgert. Jeder Auftrag den man verpasst, lässt den Urlaub schließlich noch teurer werden. Die Hauptsaison ist somit schon einmal tabu! Man kann eigentlich nur im Januar, März und November Urlaub machen. Wenn all die anderen im Februar zum Skifahren gehen, dann zieht sich der DJ die Narrenkappe auf und hat Karnevalsveranstaltungen oder Beschallungen durchzuführen. Und wenn man dann endlich Last Minute gebucht hat, kommen garantiert für diesen Zeitraum noch Bookings rein. Mist, toller (teurer) Urlaub!

Ja, DJ ist wirklich ein geiler Beruf!

Ist dieses Leben eigentlich gesund?

Nun ja, verqualmte Luft lässt bekanntlich die Haut schneller altern. Das wurde aber von Gesetzesseite in 2008 geändert und ist demnach heute nicht mehr so wichtig. Dafür fängt es in Dikotheken, dank Nichtraucherschutzgesetz, irgendwann nachts an nach Schweiß zu riechen und diesem kann man bis zum Feierabend nicht mehr entfliehen (…das war dann die positive Eigenschaft des Zigaerettenqualms)! --> an dieser Stelle redet übrigens niemand davon, dass man als "Arbeitnehmer" dieser Geruchsbelastung permanent ausgesetzt ist. Graue Haare kann ich nicht mehr bekommen (die habe ich schon, seit ich 21 bin). Aber dann kommen da noch 2 Faktoren, die auch nicht zu unterschätzen sind: Gehör- und Rückenprobleme nämlich. Sicher, es lässt sich nicht vermeiden, dass man als DJ lauter Musik ausgesetzt ist. Ich habe es gelegentlich ausprobiert, aber zu leiser Musik tanzt halt keiner. Dann kommt das Argument "du stehst doch als DJ hinter den Boxen, da ist es viel leiser!". Vom Ansatz her gut, man bekommt dennoch den ganzen Abend etwas auf die Ohren, da man zwangsläufig zum Mixen seinen Kopfhörer braucht. Merke: Wenn du dem DJ seinen Kopfhörer wegnimmst, arbeitet er ungefähr so gut, wie ein Koch mit verbundenen Augen. Aber wo kommen denn bitte schön die Rückenprobleme her? Diese Frage kann jeder beantworten, der mir schon einmal beim Auf- und Abbau helfen wollte (musste). Laptop, CDs, Verstärker, Boxen, Lichtanlage, Kabel usw. (nur mal für eine Kleinanlage gerechnet) wiegen gut und gerne 250Kg. Diese Last teilt man dann wunderschön auf: zu Hause einladen, auf der Veranstaltung aufbauen, zum Feierabend alles wieder in Auto und Anhänger verstauen, und selbstverständlich kurz vor dem Schlafen gehen alles wieder ausladen. Denn leider sind die Anlage und die CDs im Auto / Anhänger nicht versichert. Für einen Abend DJ auf einer kleinen Feier bewegt man also ungefähr 1 Tonne Material durch die Gegend, und wehe es sind noch Treppen im Spiel, dann ist es mit der Sackkarre als Hilfsmittel auch vorbei. Zu guter Letzt kommt noch hinzu, dass man ständig nachts arbeitet. Im Gegensatz dazu liegt es in der Natur des Menschen, nachts zu schlafen. Dies führt über kurz oder lang dazu, dass man auch an Tagen ohne Job nicht mehr früh einschlafen kann, der Körper hat sich umgestellt. Man arbeitet ständig unter miserablen Lichtverhältnissen und mitunter in schlechter Luft. Die Psychische Belastung ist nicht zu unterschätzen. Welchem DJ ist nicht schon einmal passiert, dass ein betrunkener Gast auf einen Musikwunsch bestanden hat, den er selbst nicht mehr vollständig, klar und deutlich aussprechen konnte. Dies führt in seltenen Fällen bis hin zur Androhung von körperlicher Gewalt (...wenn Duuuh nischt gleihhsch "vsniabvhndivasnv" spielst, dann gibbs wasss auffe Fresse, verstehsde misch jedddsd?!?!)

Ja, DJ ist wirklich ein geiler Beruf!

Der einzig große Vorteil in den letzten Jahren war, auf einen Laptop passen mehr Lieder als in einen CD-Koffer, dafür sieht es aber nicht mehr nach „Handarbeit“ aus. So mancher Gast behauptet schnell einmal „der Rechner kann das doch von allein…“! Das ist theoretisch auch so, die Praxis sieht jedoch etwas anders aus. Man kann nicht einfach eine Playlist laufen lassen, die Playlist muss leben, sie muss passen, sie ist individuell. Sicherlich, ein guter DJ kann zwischendurch, dank PC-Technologie, kurz zum Rauchen vor die Tür gehen, die Musik spielt so lange automatisch weiter. Doch trotz jahrelanger Erfahrung traue ich mich nicht weiter als 2 Titel in die Zukunft zu sehen – die Playlist muss also ständig mit neuem Leben gefüllt werden, egal ob mit CD´s oder dem Laptop! Der riesige Vorteil in der modernen Technik liegt natürlich beim LED-Licht: weniger Stromverbrauch und auch weniger Gewicht. Das kommt immerhin dem Rücken zu Gute. 

Ich möchte an dieser Stelle mal eine ganz normale Veranstaltung beschreiben, bei dem man in diesem Beispiel zu einem Polterabend mit eigener Technik gebucht ist. Die Eckdaten sind: Beginn 19:00 Uhr, 30km vom eigenen Wohnort entfernt, Ende offen. Der Arbeitstag für einen DJ beginnt in so einem Fall gegen 16:30 Uhr. Zu dieser Zeit fängt man dann an, zum ersten Mal die ca. 250 Kg zu bewegen und das Auto zu beladen.
Danach springt man dann unter die Dusche und macht sich für den eigentlichen Auftritt frisch. Gegen 17:20 Uhr fährt man dann los, um gegen 18:00 Uhr am Veranstaltungsort einzutreffen. Dort lädt man die 250 Kg mal wieder aus dem Auto aus und fängt an, die Technik aufzubauen.
Wenn man Glück hat, ist das ganze ebenerdig. Sonst heißt es nämlich richtig schleppen, das vorherige Duschen wäre dann auch nicht mehr notwendig gewesen, man ist wieder von Kopf bis Fuß „nass“!
Wenn man Pech hat, muss man sich noch mit der Gastronomie darum „prügeln“, einen geeigneten Platz zu erhalten. Warum eigentlich? Man kann seinen Kram schließlich nicht in der kleinsten Ecke aufbauen. Spätestens um 18:45 Uhr will und muss man dann mit dem Aufbau fertig sein, da man natürlich schon bereit dort stehen möchte, wenn die Gäste eintreffen.
Um 19:00 Uhr geht dann die eigentliche Veranstaltung los, die Gäste machen sich über die gereichten Speisen und Getränke her und warten auf das Brautpaar. Während dieser Phase macht man als DJ in der Tat eigentlich nichts, als dort zu sitzen und die Hintergrundmusik laufen zu lassen. Langeweile kommt auf, man wird manchmal sogar ein wenig müde. Man sitzt dann mehr oder weniger unbeteiligt am Rande und wartet auf die Dinge, die noch passieren werden. Natürlich isst man in dieser Zeit auch selbst etwas, es bietet sich schließlich an.
Gegen 21:30-22:00 Uhr trifft dann das Brautpaar ein, und will sich erst einmal kurz ausruhen. Irgendwann folgt dann der Eröffnungstanz und die eigentliche Party startet. Da steht man dann ständig unter Anspannung und versucht die Stimmung hochzuhalten, die Tanzfläche voll zu haben und die Leute in Ekstase zu versetzen. Dafür ist man schließlich gebucht worden und hat eigentlich die Hauptverantwortung dafür, dass die Party ein Erfolg wird. Ein schlechtes Essen oder ein warmes Bier z.B. verzeiht ein Gast sehr schnell. Einen schlechten DJ, der die Party kaputt macht, behält man immer im Kopf. Man versucht auf Musikwünsche einzugehen und es möglichst allen anwesenden Gästen recht zu machen, wobei dies ein fast unmögliches Unterfangen ist. Einigen wenigen älteren Gästen ist es schon bei normal tanzbarer Lautstärke viel zu laut. Selbstverständlich handelt es sich dabei automatisch um die Gäste, die sich zu Beginn des Abends direkt vor die Lautsprecherboxen setzen, um jedes Detail genauestens mit zu bekommen. Und so mancher Gast empfindet „A Walk In The Park“ schon als Techno, und fordert diese „Hottentotten-Musik“ aus dem Urwald umgehend abzustellen.

Ja, DJ ist wirklich ein geiler Beruf!

Schlechte Laune kann man sich nicht leisten. Jeder erwartet von einem, dass man die ganze Zeit in die Runde grinsen muss. Wenn man dann mal nicht grinst, sondern konzentriert schaut, wie es bestimmt jeder in seinem Job mal tut, dann wirkt man gleich arrogant.
Gegen 4:00 Uhr ist die Party dann so langsam beendet. Zu diesem Zeitpunkt ist man als DJ dann auch so langsam aber sicher erschlagen. Man baut dann die Anlage ab und packt wieder diese ca. 250 Kg in Auto und Anhänger. Gegen 5:30 Uhr morgens ist man dann zu Hause. Da entlädt man dann noch das Fahrzeug mit den üblichen 250 KG und ist so gegen 5:45 Uhr damit fertig. Zu diesem Zeitpunkt hat man dann bereits einen guten 13-stündigen Arbeitstag hinter sich. Man ist eigentlich todmüde, kann aber nicht schlafen, muss erst einmal „runterkommen“. Irgendwann gegen 6:30 Uhr schläft man dann ein, um am nächsten Tag wieder einen ähnlichen Ablaufplan zu haben.

Nun ja, die 13 Stunden sind doch kein Problem – wie selbstverständlich habe ich auch an diesem Freitag zuvor einige Stunden (7:00 – 15:00 Uhr) bei meinem Arbeitgeber verbracht. Schließlich bin ich ja Nebenberufler. So neigt sich mal wieder ein 24-Stunden-Tag dem Ende zu.

Ja, DJ ist wirklich ein geiler Beruf!

Wenige Arbeitsstunden und überbezahlt? – Damit habe ich diese Zeilen begonnen. Ich habe mir halt über diesen Job meine Gedanken gemacht, und das ein oder andere, mitunter auch negative, Argument über das DJ-ing hier aufgeführt. Vielleicht verstehen Sie ja jetzt, warum ein DJ ein DJ ist, und nicht nur ein handelsüblicher CD-Wechsler oder die bei YouTube heruntergeladene Playlist.

Doch eines können Sie mir glauben: Es kommt der Tag, an dem auch ich nach über 20 Jahren  mit diesem tollen Job aufhören werde! (...wenn ich doch nur beim nächsten Besuch einer Party oder Disco dieses sofortige kribbeln in den Fingern loswerden würde, dieser Drang die Player zu füttern, an den Reglern zu drehen und Gas zu geben)

Herzlichst, Ihr Stefan Diegel

 

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